„Heimat muss man im Herzen tragen“

Prof. Dr. Bernd Fabritius hält Festrede beim 64. Bundesschwabenball

Der Beauftragte der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, Prof. Dr. Bernd Fabritius, war in diesem Jahr der Ehrengast und Festredner des 64. Bundes-schwabenballs in Gerlingen.

Prof. Dr. Bernd Fabritius bei seiner Festrede

Bernd Fabritius überbrachte eingangs seiner Rede die Grüße von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundesinnenminister Horst Seehofer. Den Bundesschwabenball könne man als Institution bezeichnen, so Fabritius. Er freue sich, bei diesem Ball dabei sein zu dürfen. Die Ungarndeutschen, die nach dem Zweiten Weltkrieg nach Deutschland kamen, hätten sich hier schnell eingelebt und sich eingebracht. Gerlingen sei dafür ein gutes Beispiel. Gerlingen sei Patenstadt der LDU und Partnerstadt von Tata. Die Stadt sei im Grunde nach die größte ungarndeutsche Stadt außerhalb Ungarns, so der Festredner. Die Ungarndeutschen würden ihre Traditon und Kultur mit viel Elan und Faszination pflegen. Dass dies möglich sei, daran habe Gerlingen einen großen Anteil. Er hoffe, dass der Nachfolger oder die Nachfolgerin von Bürgermeister Brenner, der Ende 2019 aus dem Amt scheide, auch immer ein offenes Ohr für die Anliegen der Ungarndeutschen haben werde.

Für nationale Minderheiten seien Identität, Heimat und Anerkennung sehr wichtig. Heimat müsse man im Herzen tragen und gestalten, und Heimat brauche ein Bekenntnis. Dass die Ungarn-deutschen dieses Bekenntnis für ihre alte und neue Heimat im Herzen tragen, stimme ihn zuversichtlich. Dass Minderheiten wie in Ungarn geschätzt und unterstützt werden, sei nicht selbstverständlich. Man dürfe auch nie vergessen, dass Ungarn das erste Land war, das sich für die Vertreibung entschuldigt hat. Ungarn sei auch das Land, das seine deutsche Minderheit am besten fördert. Die deutschen Minderheiten dürften sich auch zukünftig auf die Unterstützung der Regierung sicher sein, versicherte Fabritius.

Prof. Dr. Bernd Fabritius beim Eintrag ins Goldene Buch der Stadt Gerlingen

„Viele Menschen haben heute Sorgen und Ängste“, so Fabritius weiter. Die Politik müsse den Menschen Lösungen anbieten und dafür sorgen, dass sie ernst genommen werden. Er selbst werde immer Anwalt und Ansprechpartner der Minderheiten sein und konstruktiver Verfechter der gemeinsamen Anliegen. „Möge uns die Faszination noch viele Jahre verbinden“, so Fabritius abschließend.

Text: Gerlinger Anzeiger / Bild: Foto Küster /Stadt Gerlingen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s