„Kulturelles und Kulinarisches bei den Elekern“

Ausfahrt des Kulturkreises Elek führte diesmal nach Lorsch und Linnebach

 

Wer kennt sie nicht, die geflügelten Worte: „Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah?“. Unter diesem Motto hatten die Verantwortlichen des Kulturkreises dieses Jahr beschlossen, einmal in die unmittelbare Nachbarschaft, nämlich in das nur 10 km entfernte Lorsch zu fahren. Ziel der Kulturausfahrt sollte dabei das UNESCO Welterbe Kloster Lorsch sein.

Bereits am Vormittag erfuhren die Freunde der Eleker viel Interessantes über die Familie des fränkischen Gaugrafen Cancor und den Aufstieg des Klosters in der zweiten Hälfte des 8. Jahrhunderts bis zum Königs- und später sogar Reichskloster, das dieses Privileg bis 1232 innehaben sollte.

Seit seiner Gründung in karolingischer Zeit bis weit in das Hochmittelalter zählte das Kloster Lorsch dabei zu den wichtigsten kulturellen Zentren zur Verbreitung der am Königshof entwickelten Bildungsprogramme.

Die Eleker Freunde erfuhren, dass die Abtei durch ihr Skriptorium und ihre umfangreiche Bibliothek, eine der größten und bedeutendsten des Mittelalters, berühmt wurde.

Heute seien die noch erhaltenen Werke auf 73 Bibliotheken weltweit verstreut, wusste die fachkundige Mitarbeiterin des Museums bei der Führung über die Klosteranlage zu berichten.

Auch in medizinischer Hinsicht wäre das Kloster ein wichtiger Vorreiter gewesen: Das Lorscher Arzneibuch aus dem Ende des 8. Jahrhunderts sei heute die älteste noch erhaltene medizinisch-pharmazeutische Handschrift nachantiker Zeit.

Bis in die erste Hälfte des 13. Jahrhunderts habe das Reichskloster immer wieder erfolgreich seine Unabhängigkeit verteidigt, bevor es an Mainz gefallen wäre. 1461 hätte Mainz das Kloster Lorsch an die Kurpfalz verpfändet. Knapp ein Jahrhundert später wäre es im Zuge der Reformation zum Aussterbekloster geworden und letztlich sogar aufgelöst worden, so die Mitarbeiterin des Museums.

Neben vielen historischen Daten hatten die Eleker Gruppe auch die Möglichkeit, sich selbst einen Eindruck von den imposanten Baudenkmälern zu verschaffen, sei es von der Tor- oder Königshalle, den Fragmenten der ehemaligen Klosterkirche oder den Ausstellungen in der Zehntscheune.

Nach diesem ersten kulturellen Teil des Tages stärkten sich die Eleker Freunde bei echter Eleker Kolbász und einem kühlen Schluck Sekt oder Wein. Der obligatorische Eleker Házipálinka durfte dabei selbstverständlich nicht fehlen, bevor sich die Gruppe zum zweiten Höhepunkt des Tages, nämlich der Besichtigung des Freilichtlabors Lauresham, aufmachte.

Bei diesem nachgebauten idealtypischen Zentralhofes des 8./9. Jahrhunderts vor den Toren Lorschs erhielten die Eleker einen beeindruckenden Einblick in das Leben der Menschen dieser Zeit.

Das Gebäudeensemble des Herrenhofs wurde 2012 auf der Grundlage aktueller Forschungserkenntnisse der Siedlungsarchäologie errichtet und umfasst Wohn-, Wirtschafts-, Stall- und Speicherbauten sowie eine Kapelle. Zudem vermitteln verschiedene landwirtschaftliche Nutzflächen – Wiesen, Äcker und Gärten – und die Haltung von Nutztieren, die dem mittelalterlichen Erscheinungsbild nahe kommen, ein lebendiges Bild vom Arbeits- und Alltagsleben der Menschen im frühen Mittelalter.

 

Nach so viel Kultur sollte das gesellige Beisammensein am Ende aber auch nicht zu kurz kommen und so endete die Ausfahrt der Eleker zünftig bei einem herzhaften Büffet mit allerlei Köstlichkeiten in Linnebach.

 

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