„Auf die Partnerschaft“

Antrittsbesuch des Laudenbacher Bürgermeisters in der ungarischen Partnerstadt Elek

Wie so Vieles verhinderte auch hier die Corona-Pandemie die langersehnte Begegnung und das gegenseitige Kennenlernen der beiden Stadtoberhäupter der Partnerstädte Laudenbach, an der baden-württembergischen Bergstraße gelegen, und der ehemals ungarndeutschen Kleinstadt Elek, im Südosten von Ungarn. Dabei konnte die Ausgangslage eigentlich nicht verzwickter sein!

Noch im Sommer 2018 unterzeichneten Hermann Lenz für die Gemeinde Laudenbach und László Pluhár für die Stadt Elek eine Urkunde über die Partnerschaft beider Kommunen. Sie festigten damit die jahrzehntelange Verbundenheit – nicht nur zwischen ihren Gemeinden – sondern auch zwischen den Menschen beider Ortschaften.

Rückblick: In Folge des Zweiten Weltkrieges wurden mehr als 200.000 Ungarndeutsche aus ihrer Heimat vertrieben. So mussten auch etwa 5.000 Eleker zwangsweise ihre Heimat verlassen, von denen ca. 1.000 Eleker Anfang Mai 1946 über das Flüchtlingslager in Hockenheim im Wesentlichen auf die Gemeinden Laudenbach, Hemsbach, Sulzbach und weitere Ortschaften der Bergstraßenregion im heutigen Rhein-Neckar-Kreis verteilt wurden. Mit rund 280 Personen stellten die Ungarndeutschen in Laudenbach damals die größte Gruppe der Heimatvertriebenen und Flüchtlinge. Dabei stammten die meisten der vertriebenen Ungarndeutschen aus Elek; ein kleinerer Teil stammte aus Budaörs.

Seit knapp 20 Jahren versuchen die Kinder und Enkelkinder heimatvertriebener Eleker in Laudenbach, intensiv Brücken der Freundschaft zwischen Elek und Laudenbach zu bauen, die mit dem Eingehen der Städtepartnerschaft im Sommer 2018 ihren vorläufigen Höhepunkt erreichte.

Bei den jeweiligen Kommunalwahlen im Winter 2019 – sowohl in Laudenbach als auch in Elek – kam es zu einem Generationenwechsel an den Verwaltungssitzen beider Kommunen. György Szelezsán löste nach 17 Jahren den bisherigen Amtsinhaber László Pluhár ab. Benjamin Köpfle trat die Nachfolge von Hermann Lenz an, der altershalber nicht mehr für eine neue Amtszeit kandidierte.

Somit fiel bei beiden Bürgermeistern der Start der jeweiligen kommunalpolitischen Tätigkeit fast zeitgleich mit dem Beginn der Corona-Pandemie in Deutschland und Ungarn zusammen. Die weitere Entwicklung dürfte somit hinlänglich bekannt sein.

Die modernen sozialen Medien bis hin zu Online-Videokonferenzen blieben die einzige Möglichkeit der beiden Bürgermeister, um in Kontakt zu bleiben.

Jetzt im April 2022 – nachdem sich die Pandemie so langsam zu entspannen begann – nutzte Laudenbachs Bürgermeister Benjamin Köpfle die Gelegenheit für einen persönlichen dreitägigen Antrittsbesuch in seiner Partnerstadt Elek.

Dabei hatte die Eleker Stadtverwaltung, der deutsche Verein in Elek sowie der Eleker Pfarrgemeinderat ein reichhaltiges Kennenlernprogramm für den Laudenbacher Ehrengast zusammengestellt. Köpfle konnte sich dabei einen imposanten Eindruck über die Menschen, das ländliche Kleinstadtleben und die lokalen Sehenswürdigkeiten der Stadt verschaffen.

Der Laudenbacher Bürgermeister resümierte am Ende wie folgt: „Ich bin überwältigt von der Gastfreundschaft und der Herzlichkeit der Menschen, denen ich hier in Elek begegnet bin. In vielen Gesprächen, sei es mit meinem Bürgermeisterkollegen György Szelezsán und den Mitgliedern des Eleker Gemeinderates, mit László Wittmann, dem Vorsitzenden der deutschen Nationalitätenselbstverwaltung und den Mitgliedern des deutschen Vereins in Elek oder dem Eleker Pfarrer Gustáv Fazakas konnte ich Vieles über das Leben, über das Land und die Leute in Elek erfahren. Ich freue mich auf zukünftige Begegnungen – egal ob in Elek oder in Laudenbach. Auf die Partnerschaft!“

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