„Das Bewahren unseres kulturellen Erbes bleibt eine Herzensangelegenheit“

Treffen zwischen Vertretern der HOG Elek und Leimens Oberbürgermeister Reinwald

 

Exponate in der Eleker Heimatstube in St. Ilgen

„Die Pflege und das Bewahren unseres kulturellen Erbes bleibt für mich eine Herzensangelegenheit“, so eröffnete Joschi Ament die Besprechung mit Oberbürgermeister Hans Reinwald Ende Januar im großen Rathaus der Stadt Leimen.

Vorausgegangen war dem ein Informationsaustausch Ende 2017 zwischen den Vorstandsmitgliedern Franciska Stein und Joschi Ament mit Leimens erster Bürgermeisterin Claudia Felden über das städtische Großprojekt der Sanierung des alten Rathauses in St. Ilgen.

Im Obergeschoss der heutigen Verwaltungsstelle sind nunmehr seit über 30 Jahren die Heimatstuben zahlreicher Patengemeinden ehemals deutscher Siedlungsgebiete aus den ost- und südosteuropäischen Regionen untergebracht.

„Hier wird seit über drei Jahrzehnten unser kulturelles Erbe bewahrt und damit dem interessierten Besucher nähergebracht“, so Susanne Mauriello, die ebenfalls an der Besprechung in Leimen teilnahm.

„Wichtig ist nun, dass das Bauvorhaben der Stadt möglichst zielstrebig und vor allen Dingen mit uns abgestimmt durchgeführt wird“, so Joschi Ament weiter, „dass wir unsere historischen Trachten, Gegenstände und Dokumente möglichst schnell wieder präsentieren können.“

Im weiteren Gesprächsverlauf wurde vereinbart, dass nach dem Abschluss der Baumaßnahmen die Eleker zwei zusätzliche Räume mit etwa 60 qm Ausstellungsfläche erhalten sollen. „Damit können wir unsere Dauerausstellung ganz bestimmt auflockern und vielleicht auch das ein oder andere Objekt mehr ausstellen“, so Susanne Mauriello abschließend, „sodass unsere Heimatstube an Attraktivität gewinnt.“

Am Ende der Besprechung waren sich die Beteiligten einig, dass man dem Ziel einer Neukonzeption der Heimatstuben in St. Ilgen ein großes Stück näher gekommen ist.

 

Advertisements
Veröffentlicht unter Uncategorized | Kommentar hinterlassen

„210 Jahre Eleker in Laudenbach“

Drei „runde“ Geburtstage aktiver Mitglieder des Kulturkreises zum Jahreswechsel

die drei Laudenbacher Jubilare in ihrer Tracht: Sylvia Hack, Emil Olah und Theresia Zöllner (v.l.n.r.)

Mit gleich drei „runden“ Geburtstagen engagierter Eleker in Laudenbach konnte der Kulturkreis Elek im Winter 2017/18 aufwarten.

Theresia Zöllner begann den Reigen der Jubilare mit dem 80. Wiegenfeste bereits Ende November 2017. „Für den Kulturkreis Elek habe ich wohl alles richtig gemacht“, lächelt sie verschmitzt, denn immerhin sind beide Töchter und drei ihrer Enkelkinder Mitglied im Kulturkreis. Tochter Monika und Enkel Timo sind dabei seit Gründung des Vereins ununterbrochen im Kulturkreis-Vorstand engagiert, was Resi besonders stolz macht. Resi selbst gehört auch heute noch zu den aktiven Trachtenträgerinnen der Eleker Gemeinschaft.

Im Dezember 2017 folgte Sylvia Hack mit dem 60. Geburtstag. Sie ist ebenfalls aktives Mitglied der Eleker Trachtenträgergruppe und engagiert sich auch ohne offiziellen Vorstandsposten sehr stark für den Kulturkreis. „Die Vorstandtätigkeit habe ich meiner Tochter Andrea überlassen“, verrät sie und verweist damit gleichzeitig darauf, dass es auch ihrer Familie wichtig ist, die Traditionen an die jüngere Generationen weiterzugeben.

Den Abschluss der Jubilare machte Emil Olah Anfang Januar 2018 mit dem 70. Geburtstag. Emil Olah, einer der wichtigsten Motoren und Ideengeber innerhalb des Vorstandes, engagiert sich seit vielen Jahren in vielfältiger Art und Weise um sämtliche Belange des Kulturkreises. Dabei ist er immer zur Stelle, wenn es um´s „Anpacken“ geht. Auch seine Familie ist mit „Kind und Kegel“ und großer Leidenschaft im Kulturkreis aktiv. So wird unter anderem der Olah´sche Hof regelmäßig zur Anlaufstelle bei Eleker Festen oder den Vorstandsitzungen.

Mit ihrem Einsatz und Engagement stellen alle drei Jubilare unter Beweis, dass es möglich ist, Eleker Traditions- und Brauchtumspflege in Deutschland zu erhalten und zu bewahren. Dafür gratulieren wir und wünschen nachträglich alles Gute zu den Geburtstagen!

Vorstand des Kulturkreises Elek

 

 

Veröffentlicht unter Uncategorized | Kommentar hinterlassen

„Weihnachten ist das Fest der Hoffnung“

40. Adventsfeier der Eleker in Leimen-St. Ilgen

 Der Kulturkreis Elek hatte zusammen mit dem Eleker Heimatkomitee und dem Freundeskreis Almáskamarás bei idyllischem Winterwetter am 2. Advent zur traditionellen Adventsfeier der Eleker in die Aegidiushalle nach St. Ilgen eingeladen.

Nach dem Glockengeläute der Eleker Kirche eröffnete der Vorsitzende des Eleker Kulturkreises, Joschi Ament, den offiziellen Programmteil. In seiner Weihnachtsbotschaft erinnerte Ament daran, dass man gerade in der Adventszeit seiner Herzensheimat in Elek oder Almáskamarás sehr nahe stehe.

Gleichzeitig nutzte Ament die Gelegenheit für einen Rückblick auf einige wichtige Höhepunkte des zu Ende gehenden Jahres und verwies neben den schönen Momenten wie Kirchweih, Kulturtag oder Speckbraten auch auf die traurigen Momente, denn vier Mitglieder der so genannten „ersten Stunde“ des Eleker Heimatkomitees seien 2017 verstorben.

Ament sprach aber auch voller Zuversicht von den Planungen für 2018. Neben Schwabenball und Kirchweih freue man sich besonders auf die Reise nach Ungarn im Sommer 2018. „Im Rahmen des Weltfreundschaftstreffens soll die Städtepartnerschaft zwischen Elek und Laudenbach offiziell besiegelt werden“, verriet Ament.

Frau Bürgermeisterin Claudia Felden überbrachte Grüße und Glückwünsche von Oberbürgermeister Reinwald und dem Gemeinderat und freute sich, zum wiederholten Male mit den Elekern und Almáskamarásern Advent feiern zu können. Die Feier habe ebenso einen festen Platz in ihrem voll gefüllten Terminkalender wie das Backen von Weihnachtsplätzchen in der Vorweihnachtszeit mit der Familie, so Felden.

Adam Strifler, als Vorsitzender des Freundeskreises Almáskamarás, dankte allen treuen Anhängern der Gemeinschaft für die Unterstützung bei den Veranstaltungen in St. Ilgen und animierte bereits heute, auch die kommenden Treffen – soweit es die Gesundheit zuließe – rege zu besuchen.

Traditionell wurden die Ansprachen umrahmt mit einem Weihnachtsgedicht, einer Weihnachtsgeschichte und dem Weihnachtsevangelium, bevor Adam Strifler nach dem symbolischen Mitternachtsschlag zum Jahreswechsel die Neujahrswünsche in der alten Eleker und Almáskamaráser Mundart überbrachte.

Das Singspiel der „Heiligen Drei Könige“ mit der Premiere des 9-jährigen Jan Ament als König Balthasar rundete den offiziellen Festteil ab.

Natürlich gab es rund um das Programm ausreichend Gelegenheit für Gespräche und Unterhaltungen bei gutem Mittagessen und selbstgebackenen Plätzchen.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Kommentar hinterlassen

„Dass nie eine Mutter mehr ihren Sohn beweint“

Eleker und Almáskamaráser gedenken am Volkstrauertag in Leimen

Der Volkstrauertag ist der Erinnerung an die Opfer der Kriege und der Gewaltherrschaften gewidmet, er mahnt auch in der Gegenwart zum Frieden. In fast jeder Gemeinde Deutschlands treffen sich Menschen an diesem Novembertag, um der Kriegstoten zu gedenken und – notwendiger denn je – damit ein Zeichen für den Frieden zu setzen.

Auch die Stadt Leimen lud am Sonntag, den 19. November 2017 zu einer offiziellen Gedenkfeier anlässlich des Volkstrauertages auf den St. Ilgener Waldfriedhof ein.

Nach der musikalischen Einführung durch den Musikverein St. Ilgen sprach Oberbürgermeister Hans Reinwald das Totengedenken und erinnerte dabei an die Opfer von Gewalt und Krieg, die in den beiden Weltkriegen starben oder danach in Gefangenschaft, als Vertriebene oder Flüchtlinge ihr Leben verloren.

Im Anschluss legte Reinwald zusammen mit weiteren Vertretern des öffentlichen Lebens der Stadt Leimen einen Kranz am Denkmal der Opfer beider Weltkriege nieder.

Seitens der Eleker und Almáskamaráser Gemeinschaft nahmen zahlreiche Mitglieder der Patengemeinden an der Gedenkstunde teil.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Kommentar hinterlassen

„Der Kulturkreis Elek beglückwünscht einen echten Laudenbacher“

Laudenbachs Bürgermeister feiert Doppeljubiläum

Nachdem der Bürgermeister von Laudenbach, Hermann Lenz, zum 1. September 2017 sein 50-jähriges Dienstjubiläum in seiner Bergstraßengemeinde feiern konnte, kam am 2. November ein weiteres großes Ereignis hinzu.

So nutzten die Vertreter des Eleker Kulturkreises in Laudenbach die Gunst der Stunde, anlässlich eines offiziellen Besuches Bürgermeister Lenz zusätzlich zu seinem 65. Geburtstag zu gratulieren.

v.l.n.r.: Emil Olah, Franciska Stein, Theresia Zöllner, Bürgermeister Hermann Lenz und Susanne Mauriello

Hermann Lenz betonte in seinen Dankesworten, dass ihm die Kontakte zu den Elekern in Laudenbach schon immer wichtig gewesen wären. So erinnere er sich auch nach knapp 50 Jahren noch gerne an seine ersten Begegnungen mit den Elekern zurück, als er als junger Gemeindemitarbeiter Anfang der 1970-er Jahre nach Laudenbach kam.

„Wir Eleker in Laudenbach sind Ihnen gerade in den letzten Wochen und Monaten besonders zu Dank verpflichtet“, so Susanne Mauriello, die als stellvertretende Vorsitzende des Kulturkreises mit diesen Worten auf die Vorbereitungen für eine offizielle Städtepartnerschaft zwischen Elek und Laudenbach anspielte.

„Wir freuen uns, dass unsere Arbeit damit dauerhaft auf ein festes Fundament gestellt wird“, ergänzten die Vorstandsmitglieder Franciska Stein und Emil Olah sowie Theresia Zöllner die Gedanken zur Städteverbindung.

Ein Glas Sekt zu Ehren des Jubilars sowie der Übergabe eines kleinen Präsents rundeten den Besuch im Laudenbacher Rathaus ab.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Kommentar hinterlassen

„Eleker zu Gast bei den Banater Schwaben in Leimen“

Festakt zum Patenschaftsjubiläum

Der Landesverband Baden-Württemberg sowie der Kreisverband Rhein-Neckar- Heidelberg der Landsmannschaft der Banater Schwaben hatte anlässlich des 25-jährigen Jubiläums seiner Trachtengruppe Leimen in Verbindung mit dem 30-jährigen Bestehen der Patenschaft der Stadt Leimen über die Banater Schwaben der Region zu einer Jubiläumsveranstaltung nach Leimen eingeladen.

Zwischen den Gruß- und Glückwunschworten tanzte die Trachtengruppe zu den Klängen der Donauschwäbischen Blaskapelle Pforzheim, die für diese Veranstaltung gegründet wurde und an diesem Abend ihren ersten Auftritt hatte.

Mit Stolz konnten der Oberbürgermeister der Stadt Leimen, Herr Hans Reinwald, sowie der Landes- und Kreisvorsitzende der Landsmannschaft der Banater Schwaben, Herr Josef Prunkl, auf eine gute Zusammenarbeit in den letzten 30 Jahren zurückblicken.

Seitens der Eleker, die ja bekanntlich ebenfalls zu den Patenkindern der Stadt Leimen gehören, überbrachte die stellvertretende Vorsitzende des Kulturkreises, Susanne Mauriello, die Glückwünsche der Gemeinschaft der Eleker in Deutschland.

Nach dem offiziellen Teil gab es dann ausreichend Gelegenheit, zu den Klängen der Donauschwäbischen Blaskapelle aus Pforzheim das Tanzbein zu schwingen.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Kommentar hinterlassen

„70 Jahre Schweigen – Krivojrog und seine Folgen“

Kulturtagung der Eleker in Laudenbach

AWO-Schriftführer Günter Wernz war sichtlich stolz, in „seinem“ Georg-Bickel-Haus in Laudenbach eine so große Versammlung zu sehen. Doch wenn Joschi Ament, der nimmermüde Vorsitzende des Kulturkreises Elek, zur Kulturtagung einlädt, darf er sicher sein, an jedem Tagungsort ein volles Haus vorzufinden. Und prominente Gäste, die auch am Samstagnachmittag ihre Verbundenheit mit den Laudenbacher-Elekern zeigten: Die Gemeinderäte Angelika Nickel und Dr. Gerd Duddek sowie die beiden Geistlichen Birgit Risch und Klaus Rapp mit dessen ganz persönlicher Beziehung zu Elek, denn er wurde von dem aus Elek stammenden Pfarrer Georg Ruck getauft.

Aments besonderer Gruß galt Bürgermeister Hermann Lenz, dem er auch zum erst kürzlich gefeierten 50-jährigen Dienstjubiläum gratulierte. Vor allem aber versicherte er dem Bürgermeister den Dank der Eleker für seine nachhaltigen Bemühungen um eine Gemeindepartnerschaft zwischen Laudenbach und Elek und das entsprechende einstimmige Votum des Gemeinderats.

„Wir sind die Brückenbauer zwischen Elek und Laudenbach“ hob Joschi Ament die Arbeit des Kulturkreises hervor. Das bezieht sich auch auf die Erinnerung an die alte Heimat im letzten Zipfel Ungarns nahe der Grenze zu Rumänien, aus der rund 5.000 Eleker zwischen 1946 und 1948 vertrieben wurden. Weitgehend unbekannt ist aber, dass etwa tausend Männer und Frauen im Winter 1944/45 von den Russen in Zwangsarbeitslager verschleppt wurden.

Daran und an die seelischen Folgen der Vertreibung erinnerte die ehemalige Lehrerin und gebürtige Elekerin Klára Mester, die heute im ungarischen Budaörs lebt. Sie beschäftigt sich mit der Aufarbeitung der Eleker Geschichte und hat den „Malenki Robot“ – die Verschleppung als Zwangsarbeiter – unter dem Titel „70 Jahre Schweigen“ zu ihrem Forschungsschwerpunkt gewählt.

Der gründet zwangsläufig auf den historischen Hintergründen mit den Konferenzen von Teheran (1943), Jalta und Potsdam (1945), als Europa unter den Siegermächten aufgeteilt wurde und Stalin Anspruch auf vier Millionen Menschen als Arbeitskräfte erhob. Akribisch hat Mester die Chronologie der damaligen Ereignisse erforscht, Archive durchstöbert und Zeitzeugen befragt. Denn seit damaliger Zeit bis heute werde das Kapitel der Verschleppung verschwiegen, auch der Einmarsch der Sowjets nach Elek am 24. September 1944.

Chaos, Plünderungen und Gewalt gegen die Zivilbevölkerung begannen in diesen Tagen in dem ehemals reichen Bauerndorf mit seinen wohlhabenden Familien und prächtigen Häusern. Mester schilderte den entsetzlichen Kontrast anschaulich mit dem Schicksal des Elekers Josef Schulz, der nach dem Russeneinmarsch schwer verletzt zwei Tage lang sterbend auf der Straße vor seinem Haus lag.

Ab Januar 1945 begann in Erfüllung von Stalins Befehl die Verschleppung zur Zwangsarbeit. „Dies und die Zerschlagung sämtlicher bisheriger Strukturen, der Abriss des Gemeindehauses, der Bau eines sowjetischen Ehrenmals und die Aufteilung allen deutschen Eigentums war für die Gebliebenen eine große Belastung“. So betont sachlich erinnerte Mester an das Grauen und überließ die unvermeidlich dazugehörenden Bilder der Erinnerung der „Erlebnisgeneration“ und den Gedanken der Nachgeborenen.

Trotz aller Schrecken habe man sich in dieser Nachkriegszeit um „Normalisierung“ bemüht, sagte Mester. Zynischer Teil davon sei ab 1946 auch die Entlassung der deutschen Beamten und die Neuausrichtung des öffentlichen Lebens gewesen. Dazu gehörte nun auch die konsequente Vertreibung der Deutschen. Knapp 5.000 Eleker verloren nicht nur ihr Vermögen sondern auch ihre geliebte Heimat. Mit 80 Kilogramm Kleidern und Hausrat wurden sie in Viehwaggons abtransportiert. Die „Daheimgebliebenen“ konnten  die ungarische Staatsbürgerschaft erhalten, doch das Stigma der „Sünder und Faschisten“ blieb. „Wir sind in einem sozialistischen System aufgewachsen, es hat uns geprägt und jede Familie muss für sich entscheiden, wie sie mit ihrer Geschichte umgeht“, sagte Klára Mester.

Unzählige Gespräche hat sie mit Elekern geführt, hat Verbindungen in alle Welt aufgebaut und kennt auch in Laudenbach manchen Namen und dessen Geschichte. „Es wird über diese Zeit nicht mehr gesprochen. Wer also, wenn nicht wir, soll die Erinnerung daran aufrechterhalten?“

Peter Heid /Weinheimer Nachrichten

Veröffentlicht unter Uncategorized | Kommentar hinterlassen