Die Eleker sind ein fester Bestandteil des Schwabenballs

Die bunten Trachten der Eleker überzeugten auch dieses Mal bei der Trachtenschau

Der Kulturkreis Elek hatte unter der Leitung von Susanne Mauriello und Franciska Stein nach zwei Jahren Coronapause wieder alle Hände voll zu tun, um die Gruppe der Eleker Trachtenträger und Trachtenträgerinnen für die Fahrt zum Bundesschwabenball nach Gerlingen zusammen zu stellen.

Am Ende brachten es die Eleker auf knapp 40 Teilnehmer, die sich auf den Weg von Laudenbach und St. Ilgen nach Gerlingen machten.

„Wie immer hat uns das reichhaltige Kulturprogramm begeistert!“ und „Wir sind wohl ein fester Bestandteil des Bundesschwabenballs in Gerlingen“; war das einstimmige Resümee der Eleker auf der langen Heimfahrt zurück nach Laudenbach.

„Wir hoffen, dass wir auch im nächsten Jahr wieder mit dabei sein können“, so die beiden Organisatorinnen.

„Seien Sie heute einer von uns – seien Sie Ungarndeutsch!“

65. Bundesschwabenball in Gerlingen

„Sie glauben gar nicht, wie sehr ich diesem Tag entgegengefiebert habe“, so der Bundesvorsitzende Joschi Ament in seiner Eröffnungsrede zum 65. Bundesschwabenball in Gerlingen, der Patenstadt der Landsmannschaft und seit vielen Jahren Gastgeber zum alljährlichen Treffen der ungarndeutschen Gemeinschaft in Deutschland.

Trotz großer Freude und Euphorie waren in Gerlingen auch die Bilder vom Krieg in der Ukraine präsent und Ament wies darauf hin, wie sehr zerbrechlich dieses Wort „Frieden“ tatsächlich sei.

Er erinnerte an das Trauma der Vertreibung und des Heimatverlustes der eigenen Großeltern und Urgroßeltern vor 76 Jahren, das auch bei den Ungarndeutschen wieder wachgerufen wurde, und forderte aus den eigenen Erfahrungen dazu auf, die Bevölkerung in der Ukraine vor humanitären Katastrophen zu schützen und politisch motiviertes Unrecht unnachgiebig zu verfolgen, dass wieder Frieden einziehen möge in Europa.

In seinem Grußwort appellierte der Bundesvorsitzende immer wieder dazu, sich zu seinen ungarndeutschen Wurzeln und Identität zu bekennen. Nur so sei es möglich, sich den Herausforderungen von morgen zu stellen und den Fortbestand der LDU zu sichern. Er verwies dabei auf die Großereignisse der LDU im abgelaufenen Jahr, die ihn insgesamt zuversichtlich stimmen. Auch die Verbindungen zur Schwesternorganisation der LdU in Ungarn hob Ament besonders hervor.

„Wir müssen uns dafür einsetzen, dass unsere eigenen Familiengeschichten nicht in Vergessenheit geraten und dies generationen- und grenzüberschreitend“, so der eindringliche Appell des Bundesvorsitzenden.

Ament schloss mit den Worten: „Wir wollen als Landsmannschaft der Deutschen aus Ungarn gemeinsam unsere Brücke weiter bauen und ausbauen, Brücken zwischen den Menschen und Brücken der Menschlichkeit für ein friedliches und freiheitliches Miteinander ohne Krieg und ohne Flucht und ohne Vertreibung.“

„Schwabenball in Gerlingen macht Lust auf mehr!“

65. Bundesschwabenball in der Patenstadt der Landsmannschaft

Nach zwei Jahren der pandemiebedingten Abstinenz konnte Gerlingens Bürgermeister Dirk Oestringer etwa 400 Gäste – darunter zahlreiche Ehrengäste aus dem In- und Ausland, aus Deutschland und Ungarn – in einer vollbesetzten Stadthalle begrüßen.

Besonders erfreut zeigte sich Oestringer darüber, dass Baden-Württembergs stellvertretender Ministerpräsident und Innenminister Thomas Strobl zu seinem Wort stand und – nachdem er schon 2020 und 2021 als Ehrengast eingeladen war – im dritten Anlauf die Festrede anlässlich des Schwabenballs hielt.

Als höchsten Repräsentanten von Ungarn konnte Oestringer den ungarischen Generalkonsul in Stuttgart, Dr. András Izsák, begrüßen. Auch die Landesvorsitzende der LdU in Ungarn, Frau Ibolya Hock-Englender, zählte zu den besonderen Ehrengästen, die – wie József Michl, Bürgermeister von Gerlingens Partnerstadt Tata – die weite Anreise aus Ungarn auf sich genommen hatte.

Es sollte sich aber lohnen, denn nach der Eröffnung des 65. Bundesschwabenballs durch den Bundesvorsitzenden Joschi Ament und der Festansprache des Ehrengastes Minister Thomas Strobl konnte die Landsmannschaft ein reichhaltiges kulturelles Programm präsentieren.

Neben einer hochkarätigen Trachtenvorstellung mit weit über 100 Trachtenträgerinnen und Trachtenträgern wusste die Tanzgruppe aus Pußtawam ebenso zu begeistern wie der gemischte Chor aus Pußtawam und das Ungarndeutsche Folkloreensemble aus Wernau.

Nach dem offiziellen Programm lud die Johann´s Kapelle aus Waschludt bis nach Mitternacht zum Tanzen ein und konnte dabei auch so manchen Musikwunsch erfüllen.

Die beiden Gastgeber – Dirk Oestringer für die Patenstadt Gerlingen und Joschi Ament für die Patenkinder der Landsmannschaft der Deutschen aus Ungarn – waren sich am Ende einig, dass dieser überaus gelungene Neustart der langen Tradition der Schwabenbälle nach der Pandemie „Lust auf mehr“ mache.

„Alte Freundschaft, neues Wappen“

Zeichen der Verbundenheit zwischen Laudenbach und Elek

„Endlich komplettiert das Wappen unserer ungarischen Partnerstadt Elek unseren Rathausplatz“, so die Worte von Laudenbachs Bürgermeister Benjamin Köpfle. Dem vorausgegangen war die Idee, das Eleker Stadtwappen künstlerisch auf dem Vorplatz zum Rathaus zu integrieren.

„Der erste Entwurf hierzu stammt vom Laudenbacher Josef „Seppl“ Lehn“ wie Bürgermeister Köpfle verriet. „Unsere Mitarbeiter vom Bauhof haben das Wappen dann eingesetzt, sodass wir nun unserer Freundschaft zu Elek ein sichtbares Zeichen der Verbundenheit setzen können“, so Köpfle weiter.

In einer kleinen Feierstunde bedankten sich Bürgermeister Köpfle und Susanne Mauriello, die Vorsitzende des Partnerschaftsausschusses, bei allen, die zur Verwirklichung des Projektes beigetragen hatten und übergaben den Platz seiner künftigen Bestimmung.

„Auf die Partnerschaft“

Antrittsbesuch des Laudenbacher Bürgermeisters in der ungarischen Partnerstadt Elek

Wie so Vieles verhinderte auch hier die Corona-Pandemie die langersehnte Begegnung und das gegenseitige Kennenlernen der beiden Stadtoberhäupter der Partnerstädte Laudenbach, an der baden-württembergischen Bergstraße gelegen, und der ehemals ungarndeutschen Kleinstadt Elek, im Südosten von Ungarn. Dabei konnte die Ausgangslage eigentlich nicht verzwickter sein!

Noch im Sommer 2018 unterzeichneten Hermann Lenz für die Gemeinde Laudenbach und László Pluhár für die Stadt Elek eine Urkunde über die Partnerschaft beider Kommunen. Sie festigten damit die jahrzehntelange Verbundenheit – nicht nur zwischen ihren Gemeinden – sondern auch zwischen den Menschen beider Ortschaften.

Rückblick: In Folge des Zweiten Weltkrieges wurden mehr als 200.000 Ungarndeutsche aus ihrer Heimat vertrieben. So mussten auch etwa 5.000 Eleker zwangsweise ihre Heimat verlassen, von denen ca. 1.000 Eleker Anfang Mai 1946 über das Flüchtlingslager in Hockenheim im Wesentlichen auf die Gemeinden Laudenbach, Hemsbach, Sulzbach und weitere Ortschaften der Bergstraßenregion im heutigen Rhein-Neckar-Kreis verteilt wurden. Mit rund 280 Personen stellten die Ungarndeutschen in Laudenbach damals die größte Gruppe der Heimatvertriebenen und Flüchtlinge. Dabei stammten die meisten der vertriebenen Ungarndeutschen aus Elek; ein kleinerer Teil stammte aus Budaörs.

Seit knapp 20 Jahren versuchen die Kinder und Enkelkinder heimatvertriebener Eleker in Laudenbach, intensiv Brücken der Freundschaft zwischen Elek und Laudenbach zu bauen, die mit dem Eingehen der Städtepartnerschaft im Sommer 2018 ihren vorläufigen Höhepunkt erreichte.

Bei den jeweiligen Kommunalwahlen im Winter 2019 – sowohl in Laudenbach als auch in Elek – kam es zu einem Generationenwechsel an den Verwaltungssitzen beider Kommunen. György Szelezsán löste nach 17 Jahren den bisherigen Amtsinhaber László Pluhár ab. Benjamin Köpfle trat die Nachfolge von Hermann Lenz an, der altershalber nicht mehr für eine neue Amtszeit kandidierte.

Somit fiel bei beiden Bürgermeistern der Start der jeweiligen kommunalpolitischen Tätigkeit fast zeitgleich mit dem Beginn der Corona-Pandemie in Deutschland und Ungarn zusammen. Die weitere Entwicklung dürfte somit hinlänglich bekannt sein.

Die modernen sozialen Medien bis hin zu Online-Videokonferenzen blieben die einzige Möglichkeit der beiden Bürgermeister, um in Kontakt zu bleiben.

Jetzt im April 2022 – nachdem sich die Pandemie so langsam zu entspannen begann – nutzte Laudenbachs Bürgermeister Benjamin Köpfle die Gelegenheit für einen persönlichen dreitägigen Antrittsbesuch in seiner Partnerstadt Elek.

Dabei hatte die Eleker Stadtverwaltung, der deutsche Verein in Elek sowie der Eleker Pfarrgemeinderat ein reichhaltiges Kennenlernprogramm für den Laudenbacher Ehrengast zusammengestellt. Köpfle konnte sich dabei einen imposanten Eindruck über die Menschen, das ländliche Kleinstadtleben und die lokalen Sehenswürdigkeiten der Stadt verschaffen.

Der Laudenbacher Bürgermeister resümierte am Ende wie folgt: „Ich bin überwältigt von der Gastfreundschaft und der Herzlichkeit der Menschen, denen ich hier in Elek begegnet bin. In vielen Gesprächen, sei es mit meinem Bürgermeisterkollegen György Szelezsán und den Mitgliedern des Eleker Gemeinderates, mit László Wittmann, dem Vorsitzenden der deutschen Nationalitätenselbstverwaltung und den Mitgliedern des deutschen Vereins in Elek oder dem Eleker Pfarrer Gustáv Fazakas konnte ich Vieles über das Leben, über das Land und die Leute in Elek erfahren. Ich freue mich auf zukünftige Begegnungen – egal ob in Elek oder in Laudenbach. Auf die Partnerschaft!“

„Mita in dr Fasta – Huja Kakali raus!“

Ein Eleker Brauch für Jung und Alt

Nach der Corona bedingten Pause lud der Verein der Deutschen aus Elek zusammen mit der Deutschen Nationalitätenselbstverwaltung in Elek zum so genannten „Mittfasten“ – auf elekerisch: „Mita in tr Fasta“ – ein.

Nach dem christlichen Glauben findet die 40-tägige Fastenzeit zwischen Aschermittwoch und Karsamstag statt. Dabei werden die Sonntage, als so genannte Feiertage der Auferstehung, nicht mitgerechnet. Dieser Brauch lässt sich in der Geschichte des Christentums bis in das 4. Jahrhundert zurückverfolgen und wird auch heute noch von gläubigen Christen praktiziert.

Mit dem Sonntag, dem so genannten „Laetare“ ist die Mitte der Fastenzeit überschritten. Seit jeher ist es deshalb auch in Elek Brauch, meistens am dritten Mittwoch nach Aschermittwoch, ausgelassen dieses Fest zu feiern, um sich auf das nahende Ende der Fastenzeit zu freuen.

Früher war es üblich, dass dabei die jungen Burschen von Haus zu Haus zogen und bei den jungen Mädchen mit lustigen Liedern und Sprüchen Eier sammelten, um sich bei Einbruch der Dunkelheit an einem zuvor vereinbarten Ort zu treffen und aus den eingesammelten Eiern eine große Schüssel Rührei zuzubereiten. Dazu tranken die jungen Burschen ordentlich Wein und begaben sich bei fröhlichem Gesang etwa um Mitternacht zum artesischen Brunnen, um der „Prunna-Resl“ eine Kette aus den aufgefädelten Eierschalen umzuhängen.

Heute – so würde man sagen – läuft das Fest „Mita in tr Fasta“ etwas zivilisierter ab. Was aber geblieben ist, ist der Verzehr eines selbst zubereiteten überdimensionierten Rühreis im Eleker Leimen-Haus und der gemeinsame Spaziergang zum artesischen Brunnen neben der Kirche, um der „Prunna-Resl“ die Eierkette umzuhängen. Dabei erinnern sich wohl nur noch die ganz alten Eleker an das Eleker Lied: „Haind is mita in dr Fasta, trecht mr ti Putza ivrs Wasr. Ar raus, tr Pfar is haus, Schnitz raus, tr Pitz is haus! Huja Kakali raus!“

„Kulturkreis Elek reloaded“

Eleker in Laudenbach wagen nach der Pandemie den Neustart

„Fast auf den Tag genau vor zwei Jahren haben wir unsere erste Veranstaltung aufgrund der Corona-Pandemie absagen müssen. Viele Begegnungen – sei es anlässlich unseres Eleker Kirchweihfestes oder unseres beliebten Eleker Speckbratens – sind diesem schrecklichen Virus zum Opfer gefallen. Heute wagen wir gewissermaßen den Neustart unseres Kulturkreises Elek – aus einer soliden Position heraus, die mich zuversichtlich stimmt, dass unser Kulturkreis eine Zukunft hat“, so das Statement des Vorsitzenden der Eleker Gemeinschaft in Laudenbach Joschi Ament.

Eingeladen hatte der Vorstand des Kulturkreises Elek zur ordentlichen Mitgliederversammlung in die Bergstraßenhalle. Herzliche Begegnungen gab es zwischen Laudenbachern und auswärtigen Mitgliedern des Kulturkreises, die sich lange nicht mehr gesehen hatten. Das Telefon blieb gerade bei den älteren Vereinsmitgliedern während dieser langen Zeit des Nicht-Treffens eines der wichtigsten Verbindungsinstrumente, um den Kontakt zu einander zu halten.

„Damit soll jetzt Schluss sein, denn wir freuen uns riesig auf künftige Begegnungen und Veranstaltungen“, so der Vorsitzende, der voller Begeisterung auf das Neubeleben der Traditionsveranstaltungen der Eleker verwies. „Es soll aber auch zu Veränderungen kommen“, wie Co-Vorsitzende Susanne Mauriello verriet, denn das Eleker Kirchweihfest soll in diesem Sommer erstmals in Laudenbach ausgerichtet werden und nicht – wie in den vergangenen 35 Jahren – in Leimen-St. Ilgen. „Der Puls der Eleker schlägt in Laudenbach“, wie Vorstandsmitglied Alois Nickel es weiter formulierte.

Zum offiziellen Sitzungsbeginn begrüßte Joschi Ament neben fast 40 Vereinsmitgliedern ganz besonders den Laudenbacher Bürgermeister Benjamin Köpfle, Vertreter des Laudenbacher Gemeinderates, des Partnerschaftsausschusses Elek sowie einen Vertreter der regionalen Presse.

Nach dem Totengedenken ging Ament im Bericht des Vorstandes auf die wesentlichen Ereignisse ein, die den Kulturkreis beschäftigt hätten. „Uns ist es zumindest gelungen, über unser ELEK-INFO regelmäßig über die Aktivitäten in Laudenbach, Elek oder die ein oder andere überregionale Veranstaltung zu berichten“, so der Vorsitzende.

Ament informierte im Folgenden über die Ausfahrt zum Bundesschwabenball, die geplanten Aktivitäten in Laudenbach mit Kirchweihfest und Speckbraten sowie über die Projekte zur Renovierung der Kirche in Elek und der Erweiterung des Grabkreuzparks auf dem Eleker Friedhof. Für eine Gruppenreise zum Weltfreundschaftstreffen nach Elek im August dieses Jahres sei man noch in diversen Abstimmungsgesprächen.

Finanz-Chef Alois Nickel konnte den Bericht als Kassenwart relativ kurz halten. „Natürlich hatten wir Ein- und Ausgaben, aber sicherlich weitaus weniger als in einem normalen Jahr. Die Kassenlage ist dabei weiterhin solide und geordnet.“ Das bestätigten auch die beiden Kassenprüferinnen Elke Walter und Andrea Eck, die dann auch den Antrag auf Genehmigung der Jahresrechnungen für die zurückliegenden Jahre 2019 bis 2021 und die Entlastung des gesamten Vorstandes vorschlugen.

Laudenbachs Bürgermeister Benjamin Köpfle nutzte diese Gelegenheit für ein Grußwort und lobte dabei die Zusammenarbeit zwischen dem Kulturkreis Elek und dem 2020 neu gegründeten Partnerschaftsausschusses Elek zum Wohle der 2018 geschlossenen Städtepartnerschaft zwischen den Kommunen Elek und Laudenbach. Auch er wolle bei nächster Gelegenheit seiner Partnerstadt Elek einen Besuch abstatten. Er dankte dem bisherigen Vorstand – nach einer einstimmigen Entlastung – für die erneute Kandidatur und das deutliche Signal, sich auch in Zukunft für die Völkerverständigung zwischen Elekern und Laudenbacher engagieren zu wollen.

Einstimmig wiedergewählt wurde der Vorstand, bestehend aus Joschi Ament (Vorsitzender), Susanne Mauriello (Stellvertreterin), Alois Nickel (Kassenwart) und Timo Helwig-Thome (Schriftführer). Der Beirat, der ebenfalls ohne Gegenstimme gewählt wurde, setzt sich in der kommenden Legislaturperiode aus den bisherigen Beiratsmitgliedern Franciska Stein, Emil Olah, Norbert Olah, Martin Matter und Andrea Hack sowie dem neuen Beiratsmitglied Dieter Burkert zusammen. Nicht mehr kandidiert hatten Francesco Mauriello und Franz Hack. Joschi Ament dankte beiden für ihr jahrelanges Engagement an der Spitze des Kulturkreises.

Nach dem bisherigen Rotationsverfahren wurde Monika Burkert anstelle von Elke Walter zur zweiten Kassenprüferin – neben Andrea Eck – gewählt.

Joschi Ament dankte im Namen des kompletten Vorstandes für diesen außerordentlich bemerkenswerten Vertrauensbeweis und lud die anwesenden Vereinsmitglieder, nach einer noch vorzunehmenden Satzungsänderung und dem Schließen der Mitgliederversammlung, zum Verweilen und geselligen Beisammensein in der Bergstraßenhalle ein.

„In Elek is kheirt worta!“ – In Elek ist geheiratet worden!

Traditionelle Hochzeit von „Hantsl“ und „Kredl“ anlässlich des Eleker Faschingsumzugs

Nach zweijähriger Zwangspause organisierten die Deutsche Nationalitätenselbstverwaltung und der Verein der Deutschen in Elek zusammen mit der Stadtverwaltung von Elek wieder den traditionellen Eleker Faschingsumzug.

Gleich einem Hochzeitszug, lautstark unterstützt von einer Blasmusikkapelle, wurden dabei die beiden Puppen „Hantsl“ und „Kredl“ auf einem Wagenrad befestigt und von vielen Mitgliedern der Eleker Deutschen durch die Straßen der Stadt begleitet.

Zwar haben die Einwohner der Stadt dem Spruch „Huja, Krapfa raus“ aufgrund der Pandemiebeschränkungen nicht ganz folgen dürfen, dennoch musste die lustige Hochzeitszeremonie nicht vollständig auf die frisch ausgebackenen Krapfen verzichten. Beim „Leimen-Haus“, beim katholischen Pfarramt und bei der Familie Brandt („Hapaleu“) hatten die Umzugsteilnehmer ausreichend Gelegenheit, sich zu stärken.

Der gesellige Abschluss fand zur Mittagszeit im Reibel-Mihály-Kulturzentrum statt. Doch noch bevor das selbstgemachte „kfillts Kraut“ (Krautwickel) aufgetischt wurde, wurde vor dem Haus die (symbolische) Eheschließung von „Hantsl“ und „Kredl“ unter Beifall der anwesenden Gäste vollzogen.

Damit bewahrt die deutsche Gemeinschaft in Elek einen traditionellen Brauch, der noch aus der Urheimat in Unterfranken stammen soll und somit eine zwischenzeitlich fast 300-jährige Tradition in Elek hat.

Sein Herz schlug immer für Elek

Gábor Ament bei den Feierlichkeiten zum Ungarischen Nationalfeiertag im August 2021 in Elek

Gábor Ament

Er war einer der letzten großen Zeitzeugen in Elek. Seit 2018 war er sogar der älteste Bürger seiner Geburtsgemeinde Elek. Die Rede ist von Gábor Ament, der 11. Februar 2022 im Alter von 98 Jahren in der Táncsics ucta 12 in Elek für immer die Augen geschlossen hat.

Geboren wurde Gábor Ament am 11. Dezember 1923 in Elek als zweites Kind der Eheleute Anton Ament und Anna Strifler. Er wuchs in Elek auf und verbrachte dort eine glückliche Kindheit und Jugend. Das zweigeschossige Gebäude in der Stephansgasse, das bis zuletzt als Schulgebäude der landwirtschaftlichen Fachmittelschule genutzt wurde, war sein Eltern- und Großelternhaus.

Die Ereignisse von Flucht, Deportation und Vertreibung sowie die staatlich angeordneten Enteignungsmaßnahmen traf auch die Familie Ament sehr hart. Während der eine Teil der Familie nach Deutschland vertrieben wurde, konnte der andere Teil der Familie in Elek bleiben; so auch die Eltern von Gábor Ament, die sich nach den Wirren des Krieges in Elek eine neue bescheidene Existenz aufbauen konnten.

Auch „Gabibácsi“ – wie er liebevoll in Elek genannt wurde – gründete 1948 zusammen mit seiner Frau Kornelia geb. Jäger eine eigene Familie. Auf drei Töchter, vier Enkelkinder und zahlreiche Urenkelkinder konnten „Gabibácsi“ und „Nellinéni“ stolz sein.

Nach einem erfüllten beruflichen Leben widmete sich Gábor Ament ab 1990 der Kommunalpolitik. Nach dem Regimewechsel war er für eine Legislaturperiode Mitglied des ersten frei gewählten Gemeinderates von Elek und übernahm in dieser schwierigen politischen Phase der Kommune sogar für ein halbes Jahr das Amt des Bürgermeisters.

Gábor Ament war aber auch darüber hinaus über viele Jahre und Jahrzehnte ehrenamtlich in Elek aktiv, sei es in der Kirchengemeinde oder im Eleker Tischtennisverein.

Als Anerkennung für seine großen Verdienste für seine Heimatgemeinde Elek wurde er 2001 mit der Eleker Verdienstmedaille – der höchsten Auszeichnung, die die Stadt Elek verleiht – ausgezeichnet. Bis zuletzt nahm er aktiv am kirchlichen und gesellschaftlichen Leben seiner Gemeinde teil.

Jetzt hat sein großes Herz aufgehört zu schlagen. Unter großer Anteilnahme der Gemeinde wurde er auf dem Eleker Friedhof neben seiner bereits 2012 verstorbenen Ehefrau beigesetzt.

„Die Wunden sind heute noch sichtbar“

Zum nationalen Gedenktag an die Opfer von Verschleppung und Vertreibung aus Elek

Der Verein der Deutschen in Elek und die Deutsche Nationalitätenselbstverwaltung von Elek hatten zusammen am 23. Januar 2022 ein Programm zum Gedenken an die Verschleppung und Vertreibung der deutschen Bevölkerung aus Ungarn und insbesondere aus Elek initiiert.

Teilnehmer waren neben den Mitgliedern der Eleker Deutschen u.a. Bürgermeister Szelezsán in Begleitung der Mitglieder des Eleker Gemeinderates, Dr. Kovács, Abgeordneter für das Komitats Békés im ungarischen Parlament, Eleks Pfarrer Fazakas sowie zahlreiche Delegationen der deutschen Minderheiten aus den umliegenden Gemeinden im Komitat Békés und die Vertreter der weiteren nationalen Minderheiten in Elek.

Das Gedenkprogramm begann mit einem Gottesdienst in der römisch-katholischen Kirche von Elek. In seiner Predigt sprach Pfarrer Fazakas in bewegenden Worten über das tragische Schicksal, das allen Eleker deutschen Familien während und nach dem Zweiten Weltkrieg widerfahren war. Er berichtete dabei u.a. sehr emotional über persönliche Schicksale der Opfer der Verschleppung und der Vertreibung.

Am Ende der Messe segnete Pfarrer Fazakas die Kränze und Blumengebinde, die anschließend an der Landesgedenkstätte zur Erinnerung an die Vertreibung der Deutschen aus Ungarn niedergelegt werden sollten.

Im Anschluss an den Gottesdienst begaben sich die Teilnehmer unter Glockengeläute zum naheliegenden Vertreibungsdenkmal auf dem Csepregi-Platz.

Dort begrüßte zunächst der Vorsitzende der Deutschen Nationalitätenselbstverwaltung in Elek, Herr László Wittmann, die Gäste, bevor Eleks Bürgermeister György Szelezsán zu den Anwesenden sprach. In seiner Rede bezeichnete Szelezsán die Geschehnisse der Vertreibung der Eleker Deutschen am Ende des Zweiten Weltkrieges als das schrecklichste Ereignis in der Geschichte der Gemeinde, das unheilbare Wunden aufriss, die bis heute noch sichtbar seien. Bildlich bezeichnete Szelezsán die ungarndeutsche Kultur als einen Faden im Gewebe der gesamten ungarischen Kultur. „Als man diesen Faden herauszog, fiel das Gewebe auseinander“, so der Bürgermeister.

Für die Eleker Deutschen sprach Frau Klára Mester. Sie betonte, dass auf offiziellen Beschluss des Ungarischen Parlaments aus dem Jahr 2012 der 19. Januar zum nationalen Gedenktag zur Erinnerung an die Opfer von Verschleppung und Vertreibung erklärt worden war. Seit 2012 begehe man deshalb gemeinsam diesen nationalen Gedenktag in vielen Orten in ganz Ungarn.

Sie wies darauf hin, dass durch die Russlanddeportation bereits im Januar 1945 fast 1.000 junge Eleker Frauen und Männer verschleppt worden waren, bevor im April und Mai 1946 knapp weitere 5.000 Eleker Deutsche durch die Vertreibung ihre Heimat in Elek verloren. Auch sie zitierte während ihrer Ansprache aus Zeitzeugenberichten.

Am Ende der Gedenkfeier legten die Anwesenden ihre Kränze und Blumen zum Gedenken an alle diese Opfer nieder.

Umrahmt wurde das Programm durch Darbietungen von Schülerinnen und Schülern der örtlichen Dr. Mester György Grundschule.

Nach dem Gedenkprogramm lud der Verein der Eleker Deutschen ins nahe gelegene Leimen-Haus zu einem Gedankenaustausch ein.

Fotos: Deutsche Nationalitätenselbstverwaltung in Elek