„Laudenbach ehrt den Vorsitzenden der Eleker in Deutschland“

Große Ehrung für Joschi Ament

Im Rahmen des Ehrenamtsempfanges der Gemeinde Laudenbach wurde Joschi Ament von Laudenbachs Bürgermeister Benjamin Köpfle und dem Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft Laudenbacher Vereine und Organisationen, Hans-Joachim Gottuck für sein Engagement beim Kulturkreis Elek in Laudenbach geehrt.

Joschi Ament ist seit Gründung des Vereins im Jahre 2005 bis heute der erste Vorsitzende des Kulturkreises und bekleidet dieses Ehrenamt mit viel Engagement, Energie und Herzlichkeit.

Er war unter anderem der Initiator für das Zustandekommen der Partnerschaft zwischen der Stadt Elek/Ungarn und der Gemeinde Laudenbach im Jahre 2018.

Die Vorstandschaft und die Mitglieder des Kulturkreises Elek hoffen, dass Joschi Ament noch lange Jahre sein Amt als Vorsitzender beim Kulturkreis Elek ausüben kann.

Vielen Dank auch an seine Frau Rita und die Söhne Jan und Jonas, die Joschi Ament bei der Ausübung seines Amtes tatkräftig unterstützen.

(Quelle: Ortsmitteilungsblatt Laudenbach)

„Die Freundschaft mit Elek weiter mit Leben füllen“

Neue Führung des Partnerschaftskomitees Elek-Gerolzhofen

Gabriele Schmitt aus Donnersdorf hat den Vorsitz beim Partnerschaftskomitee Elek-Gerolzhofen übernommen. Unterstützt wird sie in ihrer neuen Aufgabe von ihrem Sohn Bernd Schmitt. Ende Oktober übergab der bisherige Vorsitzende Siegfried Brendel im Sitzungssaal des Alten Rathauses in Gerolzhofen den „Stab“ an das neue Vorstandsteam.

Bürgermeister Thorsten Wozniak würdigte das Engagement des ausscheidenden Komitee-Chefs und freute sich, mit Gabriele und Bernd Schmitt nahtlos Nachfolger gefunden zu haben. Das Stadtoberhaupt erinnerte an den Freundschaftsvertrag zwischen Gerolzhofen und der ungarischen Stadt Elek, der 1988 unterschrieben wurde. 2008 folgte der offizielle Partnerschaftsvertrag. Seit 2009 pflegt ein Partnerschaftskomitee die freundschaftlichen Beziehungen. Der Schüleraustausch sei eine tragende Rolle dabei, so Wozniak. Die offizielle Städtepartnerschaft mit Elek feiert im kommenden Jahr ihren 15. Geburtstag.

Lob für Brendels Engagement

„Von Anfang an warst Du an der Pflege der freundschaftlichen Beziehungen beteiligt, seit 2009 stehst Du an der Spitze des Partnerschaftskomitees“, wandte sich Wozniak in persönlichen Worten an den Ruheständler Brendel. Es habe wunderbare Begegnungen, Veranstaltungen und Besuche mit Elek gegeben. Wozniak lobte Brendels Ideen, Einsatz und Organisationstalent, mit denen er maßgeblich dazu beigetragen habe, „dass die Freundschaft und die Partnerschaft vertieft und gefestigt wurden“.

Der Bürgermeister ging auch auf das Weltfreundschaftstreffen ein, als „starkes Zeichen für die ungarisch-deutsche Freundschaft und Symbol für Frieden und Freundschaft in Europa“. 2022 war das Europäische Jahr der Jugend. Im Sommer seien, so Wozniak, wieder Schülerinnen und Schüler aus Elek und Mamers/Frankreich in Gerolzhofen gewesen. „Dieser Austausch ist wichtig, um junge Menschen für unseren europäischen Gedanken zu begeistern.“

Jahrzehntelange Aufbauarbeit

Gabriele Schmitt bedankte sich für das in sie gesetzte Vertrauen. Ihr Dank galt ihrem Vorgänger Siegfried Brendel und seinem Team mit Inge Engert und Hanne Hippeli. Diese hätten jahrzehntelange Aufbauarbeit geleistet und die persönlichen Kontakte für die Städtepartnerschaft Elek-Gerolzhofen gepflegt. „Nicht eine Partnerschaftsurkunde als ein Stück Papier macht eine Partnerschaft aus, sondern Menschen, die dahinter stehen, die die freundschaftlichen Beziehungen pflegen und mit Leben füllen“, freute sich Schmitt auf künftige gemeinsame Begegnungen.

Text und Foto: Mainpost, Peter Pfannes

„Ungarndeutsch – wir stehen dazu!“

Liebe Freunde,

die UNO Flüchtlingshilfe Deutschland schreibt, dass die Zahl der weltweit gewaltsam vertriebenen, geflüchteten, Asyl suchenden und anderen schutzbedürftigen Menschen aktuell rund 103 Millionen beträgt – eine unvorstellbare Zahl, die sich innerhalb der letzten zehn Jahre verdoppelt hat und noch nie so hoch war wie heute.

Die Zahl bedeutet im Vergleich zum Vorjahr ein Anstieg um 13,6 Millionen Menschen oder 15%.

Hauptgrund für diesen rasanten Anstieg ist der russische Angriffskrieg auf die Ukraine, der Millionen von Menschen zur Flucht zwang – und das mitten in Europa.

Auch wir in Deutschland verspüren in vielfältiger Art und Weise die Auswirkungen dieses Krieges. Gerade bei den letzten unserer Zeitzeugen, die das Ende des Zweiten Weltkrieges und die Vertreibung aus Ungarn vor über 75 Jahren persönlich erlebt haben, werden Bilder von Zerstörung und dem Verlust der Heimat wieder ins Bewusstsein gerückt. Und so erneuere ich meine Aussage, die ich im Sommer 2022 anlässlich einer Ansprache zum Gedenken an unsere ungarndeutschen Opfer von Flucht, Deportation, Vertreibung und Diskriminierung in Elek gesagt habe: „Krieg, Flucht und Vertreibung kennt keine Sieger! Wir müssen uns alle dafür einsetzen, dass sich das Leid von damals nicht wiederholt. Und deshalb dürfen wir auch das Gedenken an unsere Opfer nie aufgeben!“

Wir hatten uns doch nach den beiden Corona-Jahren so sehr auf eine Rückkehr zu einem „normalen“ Leben gefreut. Und deshalb möchte ich auch an schöne Momente und Augenblicke des Jahres 2022 erinnern.

Besonders erwähne ich unseren 65. Bundesschwabenball mit den glanzvollen Ehrungen für Dr. Friedrich Zimmermann und Otto Heinek (posthum) und die gesamte Programmreihe inklusive unserer Kulturtagung in unserer Patenstadt Gerlingen zu Ehren unseres ungarndeutschen Künstlers Josef de Ponte, der in diesem Jahr seinen 100. Geburtstag gefeiert hätte.

Nicht nur der Bundesverband der LDU mit seinen angeschlossenen Landesverbänden in Baden-Württemberg, Bayern und Rheinland-Pfalz, sondern vor allem die örtlichen Untergliederungen, die zahlreichen Helferinnen und Helfer, die Förderer und Sponsoren haben mit ihrem unerschöpflichen ehrenamtlichen Engagement in vielfältiger Art und Weise Großartiges geleistet, um unsere ungarndeutsche Kultur in diesem ereignisreichen Jahr 2022 zu pflegen und zu bewahren. Dafür danke ich Ihnen an dieser Stelle außerordentlich.

Für die bevorstehenden Festtage wünsche ich Ihnen und Ihren Familien ein gesegnetes Weihnachtsfest und für das Jahr 2023 viel Gesundheit, Glück und Gottes reichhaltigen Segen.

Bleiben Sie auch im Jahr 2023 Ungarndeutsch – und stehen Sie dazu!

„Der Volkstrauertag muss ein Tag der Hoffnung sein“

Laudenbach gedenkt den Opfern von Gewalt und Krieg

„Am heutigen Tag sind unsere Flaggen auf Halbmast gesetzt, als ein Sinnbild für Trauer. Wir trauern um die Opfer von Gewalt und Krieg überall auf der Welt. Wir gedenken auch der Menschen, die in Gefangenschaft als Vertriebene und Flüchtlinge ihr Leben verloren. Wir trauern um die Opfer der Kriege und Bürgerkriege unserer Tage. Wir trauern mit allen, die Leid tragen“, so die Eröffnungsworte von Laudenbach Bürgermeister Benjamin Köpfle anlässlich der Gedenkstunde zum Volkstrauertag in der nordbadischen Gemeinde an der Bergstraße.

Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger, Mitglieder des Gemeinderates und Vertreter der örtlichen Vereine waren gekommen, um der Gedenkstunde, die vom Singverein und vom Posaunenchor Laudenbach feierlich umrahmt wurden, beizuwohnen. Das geistliche Wort zum Volkstrauertag sprach Pastoralreferentin Elisabeth Waibel von der katholischen Pfarrgemeinde in Laudenbach.

Bürgermeister Köpfle betonte, dass das Gedenken ein sichtbares Zeichen der Erinnerung und ein Symbol für den Schmerz und die Hilflosigkeit der Menschen im Angesicht von Krieg sei. Es sei deshalb wichtig, „Orte der Erinnerung wie diesen zu schaffen und zu bewahren“, so Köpfle.

Bis vor wenigen Monaten hätten sich die meisten Menschen in Europa nicht vorstellen können, dass in ihrer Nähe noch mal so ein brutaler Krieg ausbrechen könne, so wie es gerade in der Ukraine geschehe und deshalb erfülle es ihn mit großem Schmerz, dass es heute in Europa wieder Menschen gebe, denen das Schicksal Krieg nicht erspart bleibe, wie der Bürgermeister weiter ausführte. „Die Grausamkeit des Kriegs beinhaltet den eindringlichen Appell an uns, dass wir eine Verpflichtung haben, uns für den Erhalt des Friedens einzusetzen.“

Bürgermeister Köpfle sagte weiter, dass der Volkstrauertag daher auch ein starkes Symbol für Frieden und Versöhnung sei, der uns daran erinnere, dass alles für den Frieden in Europa und auf der Welt getan werden müsse. Der Volkstrauertag sei deshalb nicht nur ein Tag der Trauer, sondern auch ein Tag des Appells. Der Volkstrauertag müsse deshalb ein Tag der Hoffnung sein, dass man die Hoffnung auf Frieden nie verlieren dürfe.

Mit den Worten „Wir müssen uns mit aller Kraft in Deutschland für Demokratie und Toleranz und in unseren Auslandsbeziehungen für Versöhnung und Verständigung einsetzen. Unsere europäischen Nachbarn haben uns vor langer Zeit die Hand zur Versöhnung gereicht. Das ist ein wertvolles Geschenk der Geschichte, das es zu bewahren gilt. Dafür ist es notwendig, dass wir das zugefügte Leid nicht vergessen“ schloss der Laudenbacher Bürgermeister seine Gedenkansprache.

Zusammen mit den Vertreterinnen und Vertretern des Gemeinderates legte er am Ehrenmal der Laudenbacher Kriegstoten der beiden Weltkriege einen Kranz nieder.

„Die Eleker und die Froschkerwe“

Eleker Joc-Tänzer begeistern auf der Laudenbacher Froschkerwe

Für einige der ganz wichtigen Verantwortlichen stellte die diesjährige Laudenbacher Froschkerwe nach zweijähriger Pause tatsächlich eine Premiere dar: für den Vorsitzenden des Laudenbacher Kerwe- und Heimatverein Werner Schmalz, für den Laudenbacher Bürgermeister Benjamin Köpfle und auch für den Eleker Bürgermeister aus der Partnerstadt in Südostungarn György Szelezsán.

Nachdem 2020 und 2021 das große Spektakel in Laudenbach pausieren musste, war es deshalb an der Zeit, einmal wieder so richtig und ausgelassen in den engen Gassen der Bergstraßengemeinde zu feiern. Dazu beigetragen hatte Laudenbachs Partnerstadt Elek, die mit einer 15-köpfigen Delegation die weite Reise aus Ungarn angetreten war. Dabei ging es nicht nur darum, um an der Froschkerwe teilzunehmen, sondern auch um die Freundschaften und Bekanntschaften zwischen den Menschen beider Kommunen zu festigen, die wenige Wochen zuvor in Elek – im Rahmen des dortigen Weltfreundschaftstreffens – teilweise neu geknüpft wurden.

Die stattliche Delegation aus Elek, die von Bürgermeister György Szelezsán angeführt wurde, bestand aus Mitgliedern des Eleker Stadtrates, Mitarbeitern des Rathausteams, Vertretern des Vereins der Deutschen in Elek sowie einer kleinen Formation der Eleker Joc-Tanzgruppe. Bereits am Vorabend zur Froschkerwe empfing Laudenbachs Bürgermeister Köpfle zusammen mit Mitgliedern des örtlichen Partnerschaftsausschusses und des Eleker Kulturkreises die Freunde aus Ungarn.

Auch am Samstagvormittag gestalteten die Mitglieder des Partnerschaftsausschusses Elek ein buntes Programm für die Eleker Gäste, von denen etliche zu ersten Mal in Laudenbach weilten. Nahtlos folgten dann weitere Höhepunkte des Tages: das Froschfangen noch vor Beginn der Kerwe, die offizielle Eröffnung auf dem Schillerplatz mit der Begrüßung aller Gäste aus nah und fern sowie aller 38 mitwirkenden Gruppen des noch folgenden Kerweumzugs. Kerwevereins-Chef Werner Schmalz dankte aber auch besonders allen teilnehmenden Vereinen für ihren Beitrag zu einem harmonisch ablaufenden Volksfest. Die Grußworte des Laudenbacher Bürgermeisters, aber auch die Gedanken seines Bürgermeister-Kollegen aus Elek rundeten den offiziellen Teil zunächst ab. Und noch bevor sich der Kerweumzug in Bewegung setzte, wussten die Eleker Joc-Tänzer die anwesenden Laudenbacher auf dem Schillerplatz durch ihre schwungvollen und teilweise akrobatischen Stiefeltänze zu begeistern und ernteten dabei tosenden Applaus.

Der anschließende Kerwe-Konvoi hatte hunderte von Gästen an die Umzugsmeile gelockt. Die Gruppe aus Elek, die sich zwischenzeitlich mit der hiesigen Trachtenträgergruppe des Eleker Kulturkreises vermischt hatte, zog während des Umzuges immer mal wieder die Aufmerksamkeit auf sich, sei es durch die atemberaubenden Tanzeinlagen der Eleker Joc-Tänzer oder durch den – für eine Weinbaugemeinde – eher außergewöhnlichen hochprozentigen Házi-Pálinka, den der Kulturkreis während des Umzuges verteilte.

Der Abschluss eines erfolgreichen Nachmittags fand dann beim Lángos-Stand des Kulturkreises in der „Kerwegass“ statt, wo sich Mitglieder, Freunde und Anhänger der Eleker Gemeinschaft teilweise bis in die späten Abendstunden in ihrer Eleker Tracht fröhlich und gesellig vergnügten.

Auch das Programm des Kerwe-Sonntages war reichhaltig gefüllt: ökumenischer Gottesdienst, Kerwe-Konzert, „Kerweredd´“ sowie ein weiteres Mal die Eleker Tänzer sorgten neben den Angeboten der zahlreichen Straußenwirtschaften für beste Laune und Frohsinn.

Der bisherigen Tradition folgend fand am frühen Sonntagabend am Stand Laudenbachs französischer Partnerstadt Ivry-la-Bataille nochmals eine wunderbare Begegnung zwischen den Freunden aus den verschwisterten Kommunen Laudenbach, Elek und Ivry-la-Bataille statt, die die Bedeutung der bestehenden Kontakte zwischen den Menschen aus Deutschland, Ungarn und Frankreich ein weiteres Mal unterstrich.

Eleks Bürgermeister Szelazsán dankte nochmals im Namen seiner Delegation seinem Amtskollegen Benjamin Köpfle, aber auch der Vorsitzenden des Partnerschaftsausschusses Elek Susanne Mauriello und dem Vorsitzenden des Kulturkreises Elek Joschi Ament – stellvertretend für alle Helferinnen und Helfer – für ein unvergessenes Kerwe-Wochenende in Laudenbach. „Egal, wo wir uns wieder sehen werden – ob in Elek oder Laudenbach – wir freuen uns jetzt schon auf die Begegnungen“, so die gemeinsame Schlusserklärung aller Beteiligten.

„In Laudenbach brutzelt wieder der Eleker Speck“

Feuer frei nach zwei Jahren Corona-Pause

„Endlich ist es wieder soweit!“, so die Protagonisten der Eleker Gemeinschaft in Laudenbach. Nach coronabedingter Zwangspause war auch das traditionelle Eleker Speckbraten wieder möglich. Pünktlich eine Woche vor der Laudenbacher Froschkerwe trafen sich deshalb zahlreiche Freunde und Anhänger des Kulturkreises Elek in geselliger Runde unter dem Zelt an der Laudenbacher TG-Halle, um das cholesterinhaltige Stück Eleker Schweinespeck über der heißen Flamme eines offenen Lagerfeuers zu rösten.

Knapp 100 Mitglieder und Bekannte kamen so zusammen, um sich auszutauschen, zu unterhalten und über Neuigkeiten aus Elek zu erfahren. So konnten die Mitglieder der Laudenbacher Delegation, die kurz zuvor erst aus Elek zurückgekommen waren, ausführlich über die Festlichkeiten des 15. Weltfreundschaftstreffens berichten.

Bei herrlichem Sommerwetter gab es ausreichend Gelegenheit, bis spät in den Abend hinein den Eleker Speck zu braten, alte und neue Freundschaften zu pflegen oder den ein oder anderen Eleker Házi-Pálinka zu trinken. Rund rum war es also wieder eine tolle und gelungene Veranstaltung des Kulturkreises in Laudenbach.

„Nach langer Reise am Ziel“

Die Eleker Deutschen grüßen die Gemeinde Laudenbach

„Wir freuen uns sehr, dass auch die Gemeinde Laudenbach unser Engagement zum Wohle unserer Freundschaft unterstützt“, so die Vorsitzende des Vereins der Deutschen in Elek, Frau Erzsébet Kocsis, anlässlich eines kurzen Empfangs der Delegation aus Eleks Partnerstadt Laudenbach im Vereinsheim der Eleker Deutschen im Rahmen der Programme des 15. Weltfreundschaftstreffens.

„Auch wir sind glücklich, dass wir heute hier sein dürfen und werden selbstverständlich in Laudenbach von der Herzlichkeit und der Gastfreundschaft berichten“, erwiderte Gemeinderätin Ulrike Schweizer, die zusammen mit Gemeinderat Hans-Joachim Gottuck die Gemeinde Laudenbach in Elek vertrat.

Nach langer Reise war es dann endlich am Ziel: Ulrike Schweizer überreichte zusammen mit Susanne Mauriello, der Vorsitzenden des Partnerschaftsausschusses Elek-Laudenbach, dem Bürgermeister Benjamin Köpfle einen Gruß der Eleker Deutschen.

„Ein Frosch, ein Lächeln, ein Geschenk“

Eleker Kinder erfreuen sich an Laudenbacher Fröschen

„Es ist halt immer schön, wenn sich die Kleinsten noch über Kleinigkeiten freuen können“, so das Statement von Joschi Ament. Dem voraus gegangen war eine Tanzaufführung von Kindern des deutschen und des rumänischen Nationalitätenkindergartens in Elek anlässlich der Eröffnung der neu gebauten Kinderkrippe in Elek.

Der offizielle Festakt mit Ansprachen des Vizepräsidenten des Komitats Békés, des Parlamentsabgeordneten und des Eleker Bürgermeisters rückte für die Kinder natürlich in den Hintergrund, als „Joschibácsi“, wie er zwischenzeitlich genannt wird, ins Spielzimmer kam und eine Kiste mit süßen Leckereien öffnete.

„Es sind Frösche aus Laudenbach“, wie Ament verriet, die von einem in Laudenbach lebenden Ehepaar mit Eleker Wurzeln geschenkt wurden und nun verteilt werden konnten.

Der Dank für die Frösche war ein Erinnerungsfoto für die Galerie der Freundschaft zwischen Elek und Laudenbach.

„Es gibt keine gerechten Kriege“

Gedenken an die Verschleppung und Vertreibung der Ungarndeutschen in Elek

Im Rahmen des 15. Weltfreundschaftstreffens der Eleker fand in der ehemals ungarndeutschen Gemeinde Elek ein Gedenkprogramm mit Kranzniederlegungen an der Landesgedenkstätte zur Erinnerung an die Vertreibung der Deutschen aus Ungarn statt.

Bereits 2019 war die Landesgedenkstätte großer Schauplatz der nationalen Gedenkfeierlichkeiten zum 19. Januar in Ungarn. Seinerzeit hielt der stellvertretende Ministerpräsident von Ungarn, Zsolt Semjén, die Gedenkansprache.

Diesmal waren Eleks Bürgermeister György Szelezsán und der Bundesvorsitzende der LDU, Joschi Ament, die beiden Hauptredner an der Gedenkstätte.

Ament mahnte, dass das Leid, das den Ungarndeutschen zugefügt wurde, niemals vergessen werden dürfe. Er stellte dann – auch aufgrund des aktuellen Krieges in der Ukraine – die Frage, wem Kriege eigentlich nutzen. „Jedenfalls nicht dem kleinen Mann“, wie Ament fortfuhr. Dieser sei stets nur Mittel zum Zweck, Opfer und im schlimmsten Fall, wie es auch den Ungarndeutschen widerfahren wäre, der Sündenbock. Auch wenn immer wieder von notwendigen, sogar von heiligen Kriegen die Rede wäre, glaube Ament nicht daran, dass es solche Kriege gäbe. Kriege wären immer nur schmutzig und gnadenlos, die die oberen Schichten für ihre eigenen Zwecke erfunden hätten und dafür Hunderttausende ins Verderben schicken würden. Deshalb gäbe es keine gerechten Kriege, deshalb bringe auch weder Verschleppung noch Vertreibung Gerechtigkeit, so Ament weiter.

Der Bundesvorsitzende schloss seine Ansprache im Gedenken an etwa 30.000 Ungarndeutsche, die Opfer der Russland-Deportation wurden, an ca. 220.000 Ungarndeutsche, die zwischen 1946 und 1948 Opfer der Vertreibung wurden und an über 200.000 Ungarndeutsche, die nicht vertrieben wurden und deren Kinder in den 1950er Jahren zu einer stummen Generation heranwuchs, die weder ihre Muttersprache beherrschte noch das Bewusstsein des Ungarndeutschtums hatte.

„Die Stadt Elek lädt freundlichst ein …“

Dreitägiges Mammutprogramm in der ungarischen Kleinstadt Elek

Nach Elek angereist waren Delegationen aus allen Himmelsrichtungen Europas. Anlass war das 15. Eleker Weltfreundschaftstreffen, das seit 1990 mit einer gewissen Regelmäßigkeit in der im Südosten von Ungarn gelegenen Kleinstadt Elek gefeiert wird.

Stand das erste Weltfreundschaftstreffen noch im Zeichen der Begegnung der einst aus Elek vertriebenen Ungarndeutschen, hat sich das Fest mehr und mehr zu einer Begegnungsmöglichkeit mit den Freunden aus den zahlreichen Partnerkommunen der Stadt Elek entwickelt.

Insofern freute sich Eleks Bürgermeister und Gastgeber György Szelezsán ganz besonders darüber, dass er von gleich drei Partnerstädten offizielle Vertreter und Repräsentanten anlässlich des dreitägigen Festivals in Elek begrüßen konnte. Und nicht zuletzt spielt weiterhin der Kulturkreis Elek eine ganz wichtige Rolle in den partnerschaftlichen Beziehungen zwischen Elek und den Freunden aus Deutschland. Auch die Delegation des Kulturkreises mit Sitz in Laudenbach wurde auf das Herzlichste Willkommen geheißen.

Die weiteste Anreise hatten tatsächlich auch die Delegationen aus den deutschen Partnerstädten Gerolzhofen in Unterfranken und Laudenbach, an der Bergstraße gelegen. Aber auch der Bürgermeister der rumänischen Partnerstadt Graniceri (Ottlaka), Petru-Claudiu Bătrânuț, verlieh mit seiner Delegation den Eröffnungsfeierlichkeiten des 15. Weltfreundschaftstreffens der Eleker wahrhaftig das Flair einer internationalen Begegnung.

Auch nach pandemiebedingter Pause begann das Weltfreundschaftstreffen mit dem traditionellen Einzug der Kutschen aus Richtung Gyula bis zum Hauptplatz vor der Kirche, bevor der Eleker Bürgermeister György Szelezsán alle Gäste aus nah und fern auf der Festbühne auf dem Laudenbach-Platz begrüßen konnte.

Gerolzhofens Bürgermeister Thorsten Wozniak bedankte sich im Namen aller Gäste aus Deutschland recht herzlich für die Einladung und gratulierte der Stadt Elek bereits vorab für ein reichhaltiges und buntes Festprogramm, das alle Generationen und alle Nationalitäten der Stadt anspreche.

Und so gestaltete sich auch der erste Abend. Nach dem offiziellen Empfang und einem gemeinsamen Abendessen im Gemeinschaftssaal des Eleker Pfarramtes tummelten sich die Gäste aus den deutschen Partnerstädten auf dem Laudenbach-Platz zu modernen Rhythmen auf dem Eleker Straßenball oder zu traditionellen Klängen auf dem Ball der rumänischen Selbstverwaltung im Michael-Reibel-Kulturzentrum.

Der zweite Tag des Treffens begann mit der Grenzöffnung zwischen Elek und der auf rumänischer Seite gelegenen Gemeinde Ottlaka. Mit den traditionellen Geschenken wie Brot, Salz und Pálinka erwiesen sich beide Stadtoberhäupter – gleich einem Staatsakt – gegenseitig die Ehre.

Für die Delegationen aus Laudenbach und Gerolzhofen hieß es anschließend: Weiterfahren in das nahe gelegene ehemalige Banater Dorf Sanktmartin – also auf rumänischer Seite – um an den dortigen Festprogrammen teilzunehmen.

Zur Erinnerung: die Gemeinde Sanktmartin wurde zu Beginn des 18. Jahrhunderts – wie Elek und Gyula – vom damaligen Grundherrn Baron Johann Georg von Harruckern überwiegend mit Siedlern aus dem unterfränkischen Raum rund um Gerolzhofen angesiedelt. Bis zum Ende des Ersten Weltkrieges pflegten die Bewohner von Elek und Sanktmartin intensive familiäre Beziehungen und wirtschaftliche Kontakte, die mit der neuen Staatsgrenze zwischen Ungarn und Rumänien im Jahre 1920 unterbrochen wurden. Seither liegt Sanktmartin in Rumänien; die Geschichte der dort lebenden Deutschen nahm im Folgenden eine ganz andere Entwicklung als die der Eleker Deutschen.

Nach einem feierlichen Festgottesdienst wurden in Sanktmartin der Platz vor der Kirche in „Harruckern-Platz“ umbenannt und auf dem Friedhof eine Gedenkstätte zur Erinnerung an die Opfer des Zweiten Weltkrieges und der Russland-Deportation feierlich geweiht.

Das Programm am Nachmittag stand im Zeichen zahlreicher kultureller Darbietungen verschiedener Tanz- und Trachtengruppen aus Deutschland, Ungarn und Rumänien.

Zurück in Elek avancierte am Abend der Eleker Binkelball im Michael-Reibel-Kulturzentrum zum geselligen Höhepunkt des Weltfreundschaftstreffens. Mit zahlreichen traditionellen aber auch neuen Elementen gelang es, die Tanzfläche bis weit nach Mitternacht zu füllen. Dazu beigetragen hatte dabei sicherlich auch die ungarndeutsche Musikgruppe „UnterRock“ aus Pécs, die mit einem reichhaltigen Repertoire über traditionelle Walzer und Polka bis hin zu Schlager, Rock- und Popmusik zu begeistern wusste.

Mit einem Festgottesdienst in der Kirche Maria Heimsuchung begann der dritte Tag des Weltfreundschaftstreffens, zu dem auch eine Busgruppe aus Sanktmartin nach Elek angereist kam. Das feierliche Hochamt zelebrierte Eleks Pfarrer Gusztáv Fazakas.

Es folgte eine Kranzniederlegung am neu gestalteten Denkmal zur Erinnerung an die Eleker Ansiedlung vor gut 300 Jahren zwischen Rathaus und katholischer Kirche, bevor das Programm an der Landesgedenkstätte an die schändlichen Ereignisse der Vertreibung der Deutschen aus Ungarn fortgesetzt wurde.

Mit dem Erklingen der deutschen und ungarischen Hymne wurde das Gedenkprogramm an der 2001 erbauten Gedenkstätte feierlich eröffnet.

Die Eheleute Tamás und Béata Klemm hatten zusammen mit ihren Kindern zur Veranschaulichung der historischen Ereignisse ein emotionales Schauspiel inszeniert, das zum protokollarischen Teil der Gedenkveranstaltung mit den Gedenkansprachen hinführte.

Diese hielten György Szelezsán, Bürgermeister der Stadt Elek, und Joschi Ament, Bundesvorsitzender der Landsmannschaft der Deutschen aus Ungarn und gleichzeitig Vorsitzender des Kulturkreises Elek.

Bewegende Momente bei den Kranzniederlegungen bildeten den Abschluss einer würdigen Gedenkveranstaltung zur Erinnerung an Opfer von Deportation und Vertreibung.

Eine weitere Kranzniederlegung am Ehrenmal zum Gedenken an die Opfer beider Weltkriege und der Russland-Deportation auf dem katholischen Friedhof rundeten den offiziellen historischen Teil des Vormittags ab.

Den Gästen blieb allerdings nur wenig Zeit zu einer Verschnaufpause, denn nach dem gemeinsamen Mittagessen im Hof des Eleker Pfarramtes bot das Unterhaltungsprogramm auf dem Laudenbach-Platz einen weiteren kulturellen Höhepunkt des Weltfreundschaftstreffens.

Kindertanzgruppen, musikalische Vorträge und ein weiteres Mal energiegeladene Darbietungen der Eleker Joc-Tänzer sorgten für einen überaus kurzweiligen Nachmittag.

Mit der Ehrung des jüngsten und des ältesten Bürgers der Stadt sowie dem Aufschneiden der traditionellen Geburtstagstorte der Stadt wurde langsam das Finale des Festes eingeleitet.

Laudenbachs Gemeinderätin Ulrike Schweizer überbrachte den Dank der deutschen Delegationen und aller Teilnehmer aus Deutschland für ein beeindruckendes Festprogramm mit unendlich vielen schönen Momenten der Herzlichkeit und Gastfreundschaft bevor Bürgermeister György Szelezsán die offiziellen Schlussworte sprach.

Zu Ende war die „Buli“ aber noch lange nicht. Noch einmal trafen sich die Freunde aus Laudenbach im Garten des Pfarramtes zum gemütlichen Beisammensein mit den Gastgebern der Stadt Elek, um ein weiteres Mal auf die Freundschaft und die Partnerschaft anzustoßen. „Auf ein Wiedersehen in Laudenbach!“